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GUGGEMADA - EI FORRBIBBCH das is SÄGGS’SCH

- unser Ah-Beh-Zeh
- sächsisches Wörterbuch
(kleine Auswahl)
- sächsische Schimpfwörter/ schmutzige Wörter

Schon mit der Muttermilch haben wir sie eingesogen, die Laute unserer Heimatsprache: “Säggs’sch”!
Aber, dorr säggs’sche Dialeggd iß iwwerall a bißchen andorrsch...
                         Und ob mer wolln oder nich: Mir redn säch’sch
Sächsisch reden können wir in Sachsen alle, aber mit dem Schreiben haperts...

Mit dem Sächsischen ist das nicht so wie mit den anderen Mundarten in Deutschland. Zwar hat es seine Eigenheiten in seinem Klang und seiner Melodie, in seinen Lauten, seinem Wortschatz und seinem Satzbau - so wie alle anderen Mundarten auch, aber trotzdem hat es mit dem Sächsischen nun schon seit etwa 200 Jahren seine besondere Bewandnis.

Überall wird über das Sächsische gelacht. Das Sächsische ist unüberhörbar, und kaum erklingt es irgendwo, so erregt es Heiterkeit:

Cha, da hasde rechd; Räächn wermer griechn!
heißt:Ja, da hast du recht: Regen werden wir bekommen.
Ein sehr bekanntes sächsisches Wortspiel; denn dieser Satz ist doppeldeutig:
Regen werden wir kriegen/ Regenwürmer kriechen!

Ein Sachse ist da, es gibt etwas zu lachen; denn natürlich wird sofort auch über den Sprecher gelacht.

Kein anderer deutscher Dialekt ist einer solchen Verachtung ausgesetzt wie der Sächsische! Mit dieser nackten Tatsache müssen die Sachsen leben, sie müssen sich mit diesem Urteil, mit dieser Verurteilung durch die anderen abfinden, daran führt kein Weg vorbei.
Aber was soll nun der arme Sachse machen? Wie soll er reagieren?. Im täglichen Leben ist er mit der Frage konfrontiert, ob er sich zu seienr sächsischen Heimatsprache bekennen und sie ganz unverblümt, wie ihm sein sächsischer Schnabel gewachsen ist, sprechen soll, oder ob er nicht doch versuchen sollte, sie zumindest in manchen Situationen zu verberge, z.B. im Gespräch mit Fremden, auf Ämtern, Dienststellen und Behörden. Oder sollte er nicht lieber ganz brutal gegen sein Sächsisch vorgehen und es auch aus den gesprächen in der Familie und unter Freunden verbannen? - eine breite Scala, auf der jeder seinen eigenen Platz suchen muß.
Das könnte den Eindruck erwecken, als ob die Freiheit der sprachlichen Wahl zwischen “vollkommenem Hochdeutsch” und “waschechtem Sächsisch” unbegrenzt wäre.
Aber das ist nicht so! Jeder weiß das: Einen Sachsen erkennt man immer!

Aber trotzdem:Der Sachse häld nich de Gusche / Der Sachse hält den Mund nicht!

Und er denkt auch nicht etwa fortgesetzt über seine Sprache und ihre Wirkung nach, niemand auf der Welt macht das, auch ein Sachse nicht.